Thuasne®
Chemotherapie – Schmerzen, Schwellungen, Nervenschädigung
Kompression und Kühlung in der Begleittherapie
Nach der Diagnose „Krebs“ stellen sich Betroffene viele Fragen. Vor allem in Bezug auf eine bevorstehende medikamentöse Behandlung wie die Chemotherapie. Welche Auswirkungen kann sie auf das Gefäß- und Nervensystem haben? Und was tun gegen Folgewirkungen, insbesondere Schwellungen?
Vorab: Die Chemotherapie ist und bleibt eine grundlegende Methode zur Behandlung von Krebs. Sie soll schnell wachsende Krebszellen zerstören. Die eingesetzten Medikamente können jedoch nicht immer zwischen gesunden, sich schnell teilenden und bösartigen Krebszellen unterscheiden. Somit werden auch gesunde Zellen, einschließlich die der Blutgefäße und Nerven, geschädigt.
Schädigung der Gefäße und Nerven
Bestimmte Chemotherapeutika können die Innenauskleidung der Gefäße schädigen. Dadurch nimmt die Durchlässigkeit der Gefäßwand zu und Flüssigkeit kann in das umliegende Gewebe austreten – es entstehen Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme), vor allem in den Gliedmaßen. Diese können ein Spannungsgefühl und Schmerzen verursachen. Auch die Nerven können bei manchen Patientinnen und Patienten durch Krebsmedikamente geschädigt werden. Dann spricht man von Neuropathien. Am häufigsten sind dabei periphere Nerven außerhalb des Hirns und Rückenmarks betroffen (sog. Polyneuropathien). Patienten können Kribbeln, Taubheit, ein pelziges Gefühl, Kraftlosigkeit und Kälte in Händen und Füßen spüren.
So fällt es schwer, beispielsweise ein Hemd zuzuknöpfen oder einen Stift zum Schreiben zu halten. Die Gefahr von Stürzen steigt durch Missempfindungen oder Taubheit der Füße. Langfristige Auswirkungen einer medikamentösen Krebstherapie auf die Blutgefäße und Nervenzellen sind ein wichtiges Thema, welches häufig nicht genug Beachtung findet. Wiederholte oder langanhaltende Therapien mit Chemotherapeutika können dauerhafte Veränderungen an Gefäßstrukturen und Nerven hervorrufen und somit die Lebensqualität beeinträchtigen.
Vorbeugen besser als Nachsorgen
Zur Vorbeugung von Schwellneigungen, Schmerzen und Polyneuropathien nennt die S3- Leitlinie, die höchste Stufe evidenzbasierter medizinischer Leitlinien in Deutschland, die Anwendung von Kompression und Kälte (Kryptotherapie) während einer Krebsbehandlung mit bestimmten Chemotherapeutika. Die Datenlage hierzu ist noch nicht eindeutig, jedoch konnte die vorbeugende Therapie laut einigen Studien den Schweregrad und die Häufigkeit von Schwellneigung und Polyneuropathien senken.
Mehr Informationen hierzu finde sie auf der Webseite www.krebsinformationsdienst.de
Kompression als Vorbeugung
Die Kompression von Händen, Unterarmen, Unterschenkeln und Füßen während und nach der Chemotherapie verhindert die Bildung von Flüssigkeitsansammlungen in den Gliedmaßen und reduziert somit maßgeblich das Risiko von Schmerzzuständen. Außerdem kann durch Kompression der Blutgefäße verhindert werden, dass Krebsmedikamente in den Fingern und Füßen anfluten und die Nerven schädigen.
Wir empfehlen Ihnen das Tragen von Kompressionsware an Händen und Füßen während der Chemotherapie und ca. 4 Wochen nach Beendigung derselben. Um die bestmöglichen Therapieerfolge zu erzielen, sollte die Kompression 24h getragen werden. Ihre Krankenkasse übernimmt die Kosten der Behandlung nach Kostenvoranschlag durch uns.
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Kühlung als Vorbeugung
Kühlung wird als Begleitung zur Chemotherapie eingesetzt, um Nebenwirkungen wie Haarausfall und Nervenschäden (Polyneuropathie) zu reduzieren. Mittels Kühlelementen wird die Durchblutung der Kopfhaut
(Kühlkappen) oder der Hände und Füße ( Manschetten/ Handschuhe) verringert. Das reduziert die Aufnahme der Medikamente in gesunden Zellen. Bei richtiger Anwendung – vor, während und nach der Chemotherapie – kann dies die Lebensqualität erheblich verbessern und schwere Verläufe verhindern.
Tipp: Einfache Kühlelemente gibt es u.a. im Drogeriemarkt, der Apotheke oder im Online-Handel.
Anwendungsbeispiele:
Haarausfall (Alopezie): Eine Kühlkappe kühlt die Kopfhaut (auf ca. 19°C), verengt die Blutgefäße und reduziert so, dass Zytostatika die Haarwurzeln erreichen und schädigen können.
Nervenschäden (Polyneuropathie/ Hand-Fuß-Syndrom):
Gekühlte Manschetten für Hände und Füße (z.B. 10-12°C) verringern die Aufnahme der Medikamente in den Nervenenden, was Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühle verhindert oder mildert.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gern in einem unserer Reha-aktiv Sanitätshäuser zur Verfügung.
Stand: 2/2026
