Gicht
Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu starken Entzündungen der Gelenke führen kann. In Deutschland leben ca. 950 000 Menschen mit Gicht. Etwa acht von zehn Patienten sind männlich. Meistens tritt die Krankheit erst nach dem 40. Lebensjahr auf, bei Frauen meist erst nach Eintritt in die Wechseljahre.
Gicht Ursachen
Ursache ist zu viel Harnsäure, die sich im Körper ansammelt und an unterschiedlichen Stellen ablagert. Das führt zunächst zu Entzündungen und später zu Schäden an den Gelenken. Bei hoher Konzentration der Harnsäure im Blut und anderen Körperflüssigkeiten entstehen Harnsäuresalz-(Urat)Kristalle. Sie lagern sich in den Gelenken, Sehnen, Schleimbeuteln oder im Ohrknorpel ab und verursachen dann starke Entzündung, die sogenannten Gichtanfälle.
Bis es dazu kommt, können allerdings viele Jahre vergehen. Oftmals macht sich die Krankheit dann überraschend bemerkbar, nicht selten spielt dabei ein großer Fleischkonsum und/oder viel Alkohol eine Rolle. Auch Stress, andere Belastungen oder eine Infektionskrankheit können einen Gichtanfall auslösen.
Symptome
Bei einem Drittel der Betroffenen macht sich die Krankheit zuerst am Fuß bemerkbar, hier vor allem am Großzeh-Grundgelenk: Es entzündet sich, wird sehr heiß, schwillt an, verfärbt sich rot bis bläulich und wir sehr berührungsempfindlich. Danach kann es in unregelmäßigen Abständen immer wieder zu weiteren Anfällen kommen. Andere Gelenke wie Knie-, Sprung-, Mittelfuß-, Hand- oder Fingergelenke können ebenso betroffen sein.
Einige Jahre nach dem ersten Gichtanfall können sich sogenannte Gichtknoten (Tophi) bilden. Sie entstehen, wenn sich das Salz der Harnsäure – das Urat – beispielsweise an den Ohrmuscheln, an den Zehen und Fingergelenken, an der Achillessehne oder im Schleimbeutel am Ellenbogen ablagert. Meistens sind die Gichtknoten nicht schmerzhaft. Eine frühe Behandlung kann die Gichtknoten verhindern. Zudem kann sich Harnsäure auch in den Nieren ablagern und deren Funktion einschränken. In Folge bilden sich unter Umständen Nierensteine, die – je nach Größe – Koliken hervorrufen.
Diagnose & Therapie
Die Bestimmung der Harnsäure im Blut ist der wichtigste Labortest, den bereits der Hausarzt veranlassen kann. Bei einer Erhöhung der Harnsäure über 6,5 Milligramm Harnsäure in 100 Milliliter Blutserum (Hyperurikämie), besteht ein Verdacht auf Gicht, allerdings können auch andere Krankheiten die Harnsäure-Konzentration ansteigen lassen. Im akuten Gichtanfall kann die Harnsäure sogar normal sein und erfordert eine Kontrolle nach zwei bis drei Wochen.
Sicherer ist die Punktion eines erkrankten Gelenks, bei der Gelenkflüssigkeit entnommen wird. Finden sich die typischen Harnsäureuratkristalle, so ist das ein sicherer Hinweis auf eine Gicht. Bei einer Ultraschalluntersuchung eines betroffenen Gelenks lassen sich weitere Merkmale diagnostizieren.
Auch bei der Gicht-Therapie gilt: Je frühzeitiger die Krankheit erkannt wird, desto besser ist sie zu zu behandeln. Beim akuten Gichtanfall stehen Schmerz- und Entzündungsbekämpfung im Vordergrund. Dies geschieht durch herkömmliche kortisonfreie Rheumamittel (NSAR). Kortison, auch als Spritze in das Gelenk, führt rasch zum Abklingen des Anfalls. Eine medikamentöse Langzeit-Therapie der Gicht ist bei mehreren Gichtanfällen, nachweisbaren Gichttophie, Gelenkschäden oder bereits vorliegenden Einschränkungen der Nierenfunktion dringend notwendig.
Sie haben Fragen zu unserem Angebot im Sanitätshaus?
Wir beraten Sie gern unter unserer
kostenlosen Service-Hotline: 0800 0009998
Reha-aktiv Sanitätshäuser
Oder kommen Sie in eine
unserer Reha-aktiv Sanitätshaus-Filialen.
