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Spannungskopfschmerzen

Mediziner unterscheiden heute auf Grundlage der Internationalen Kopfschmerzklassifikation (ICHD-3) insgesamt über 367 verschiedene Kopfschmerzformen. Der Spannungskopfschmerzen sind hierbei die weltweit am häufigsten auftretende Kopfschmerzart. Sie äußert sich typischerweise als ein beidseitiger, dumpf-drückender, zum Teil dröhnender Schmerz, der an beiden Kopfseiten auftritt, oft im Nacken beginnt, um danach in die Stirn- oder Schläfenregion auszustrahlen. Die Kopfschmerzattacken können dabei von einer halben Stunde bis hin zu mehreren Tagen dauern. Besonderheit: Körperliche Bewegung, etwa  Treppensteigen oder Spazieren, sorgt bei Betroffenen oft für Linderung.

 

Symbolbild Osteoporose

Ursachen

Die genauen Ursachen sind seitens der Forschung noch nicht vollständig geklärt. Die Mediziner gehen jedoch davon aus, dass es mehrere Faktoren zu Spannungskopfschmerz führen können.

Hierzu zählen:

  • Muskuläre Verspannungen, verursacht durch falsche  oder monotone Haltung (z. B. am Bildschirmarbeitsplatz oder langes Überkopfarbeiten), Zähneknirschen oder Nackenverspannungen.
  • Psychischer und physischer Stress: Sorgen, Angst, Schlafmangel, zu geringe Trinkmenge oder ausgelassene Mahlzeiten gelten als häufige Auslöser.
  • Gestörte Schmerzverarbeitung: Das zentrale Nervensystem verarbeitet Schmerzreize im Kopf- und Nackenbereich verändert, oft verstärkt durch einen Teufelskreis aus Anspannung.

Therapie

Die Behandlung von Spannungskopfschmerzen stützt sich laut den offiziellen medizinischen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) auf zwei Säulen: die Akuttherapie bei plötzlichen Schmerzen und die Prophylaxe, um die Häufigkeit der Attacken dauerhaft zu senken.

Grundsätzlich gilt dabei: Je häufiger die Kopfschmerzen auftreten, desto wichtiger werden nicht-medikamentöse Maßnahmen.

Die Akuttherapie im Schmerzmoment

Wirksame „Klassiker“ sind die freiverkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen (200–400 mg), Acetylsalicylsäure (ASS) (500–1000 mg) oder Paracetamol (500–1000 mg). Alternativ – insbesondere bei lange anhaltenden Beschwerden – sollte man den Hausarzt aufsuchen, der auch verordnungspflichtige Schmerzmittel verschreiben kann.

Alternativ: Betroffene können sich jedoch auch selbst helfen, etwas durch das Auftragen von 10-prozentigem Pfefferminzöl auf Schläfen und Stirn. Laut medizinischen Studien sei dies nachweislich so effektiv wie eine leichte Dosis Paracetamol oder Ibuprofen, zudem schont es den Magen. Vielen Betroffenen hilft Bewegung und Wärme. Bereits ein Spaziergang an der frischen Luft, eine kalte Kompresse im Nacken oder eine warme Dusche kann die verspannten Muskeln lockern und für Linderung sorgen.

 

Prophylaktische Möglichkeiten zur Schmerzprävention

Bei wiederkehrenden (episodischen) oder chronischen Spannungskopfschmerzen steht die nicht-medikamentöse Prophylaxe im Vordergrund. Dazu gehören gezielte Übungen zur Mobilisation, Dehnung und Kräftigung der Nackenmuskulatur. Auch manuelle Therapien lösen muskuläre Triggerpunkte. Das raten Experten:

  •  Ausdauersport: Regelmäßiges, moderates Training (z. B. Joggen, Schwimmen oder Radfahren) baut Stress ab und senkt die Schmerzempfindlichkeit des Nervensystems.
  • Entspannungsverfahren: Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobson ist die am besten untersuchte Methode bei Kopfschmerzen. Auch Autogenes Training oder stressreduzierende Apps helfen.
  • Biofeedback: Hierbei lernen Patienten mithilfe von Sensoren, unbewusste Muskelanspannungen im Alltag rechtzeitig wahrzunehmen und gezielt zu entspannen.
  • Lebensstil anpassen: Feste Schlafenszeiten, ausreichendes Wassertrinken sowie das Führen eines Kopfschmerztagebuchs helfen, persönliche Trigger zu entlarven.
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So kann Reha-aktiv Ihnen bei Spannungskopfschmerzen helfen

TENS-/EMS-Geräte können bei der begleitenden Therapie von Spannungskopfschmerzen helfen, insbesondere wenn sie als ergänzende Maßnahme bei muskulären Verspannungen eingesetzt werden.
TENS-Funktionen können einerseits durch sanfte Impulse an die Nerven die Schmerzsignale zum Gehirn überlagern (Gate-Control-Theorie), anderseits die körpereigene Endorphinausschüttung anregen. Beides lindert die akute Schmerzwahrnehmung im Kopf und Nackenbereich.
EMS-Funktionen stimulieren direkt die lokale Muskulatur, sodass diese sich rhythmisch anspannen und wieder entspannen – und auf diese Weise die Verkrampfungen und Verhärtungen lösen. Geräte mit zusätzlicher Wärmefunktion unterstützen mittels Wärme die Muskelentspannung. Die Kombination aus Stromimpulsen und Wärme wird in Studien oft als deutlich effektiver als Strom allein bewertet.

Wichtig: Wenn Sie ein TENS/EMS-Kombigerät nutzen möchten, müssen Sie zwingend Sicherheitsregeln beachten:

  • Elektrodenplatzierung: Die Elektrodenpads gehören bei Spannungskopfschmerzen in den Schulter-Nacken-Bereich oder auf die obere Rückenmuskulatur.
  • Strenges Verbot für den vorderen Kopfbereich: Kleben Sie die Pads niemals direkt auf die Schläfen, die Augenpartie, die Stirn oder die Vorderseite des Halses (Halsschlagader). Dies kann gefährliche Herzrhythmusstörungen oder Blutdruckabfälle auslösen!
  • Gegenanzeigen: Wer einen Herzschrittmacher trägt, unter Epilepsie leidet oder schwanger ist, darf diese Geräte gar nicht oder nur nach strenger ärztlicher Rücksprache anwenden.

Gern beraten wir Sie in unseren Sanitätshäusern zu den unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten der TENS-/EMS-Geräte.